Was ist der Sovereign Cloud Stack (SCS)?
Die Dominanz globaler Hyperscaler auf dem Cloud-Markt führt zu strukturellen Abhängigkeiten. Unternehmen lagern Workloads aus, geraten aber zunehmend in einen Vendor-Lock-in durch proprietäre Schnittstellen, undurchsichtige Preismodelle und rechtliche Unsicherheiten bezüglich der Datenhoheit (US CLOUD Act).
Der Sovereign Cloud Stack (SCS) ist die Antwort der Industrie auf dieses Problem. Er ist ein anbieterneutraler, quelloffener Standard für den Aufbau und den Betrieb von Cloud-Infrastrukturen. Ziel des SCS ist es, echte Cloud-Souveränität zu garantieren, indem er eine standardisierte Plattform bereitstellt, die von verschiedenen Providern einheitlich betrieben werden kann.
Infrastructure as a Service (IaaS)
Die Basis bildet OpenStack. Dieser Layer orchestriert die grundlegenden Ressourcen wie Compute (Rechenleistung), Network (Netzwerk) und Storage (Speicher).
Kubernetes as a Service (KaaS)
Auf der IaaS-Schicht setzt der KaaS-Layer auf, der die automatisierte Bereitstellung und Verwaltung von Kubernetes-Clustern für moderne, containerbasierte Workloads ermöglicht.
Diese Layer greifen kontrolliert ineinander und bieten Entwicklern und Administratoren eine standardisierte API-Umgebung.
Die Architektur: IaaS, KaaS und OpenStack
Technologisch ist der Sovereign Cloud Stack ein kompletter Software-Stack, der die grundlegenden Layer moderner Cloud-Umgebungen abdeckt. Er verzichtet bewusst auf proprietäre Softwarelösungen und baut stattdessen auf bewährten Open-Source-Technologien auf.
Zwei Kernkomponenten prägen die Architektur:

Interoperabilität und Standardkonformität
Der größte Vorteil des SCS ist seine strikte Interoperabilität. Da die Schnittstellen und die Basis-Software durch das SCS-Projekt standardisiert und zertifiziert sind, funktioniert ein Workload, der auf einer SCS-Cloud entwickelt wurde, auf der SCS-Cloud eines anderen Anbieters identisch.
Diese Standardkonformität ist der effektivste Schutz vor dem Vendor-Lock-in. Sie behalten die Auswahlmöglichkeiten unter verschiedenen Drittanbietern und können Ihre Infrastruktur bei Bedarf wechseln, ohne die Applikationsarchitektur umschreiben zu müssen.

SCS als Teil des Gaia-X Ökosystems
Der Sovereign Cloud Stack ist nicht nur ein relevantes technisches Projekt, es besitzt auch strategisch und politisch eine hohe Relevanz . Das SCS ist eine wesentliche technische Säule des Gaia-X Ökosystems, der europäischen Initiative zum Aufbau einer sicheren, souveränen und föderierten Dateninfrastruktur. Der SCS liefert den technischen Unterbau, um die Werte von Gaia-X in Rechenzentren real abzubilden. Zudem basiert auch das „Deutschland Stack“ auf dem SCS-Standard.

infra:u und der Sovereign Cloud Stack
UPONU bekennt sich zu offener Technologie. Unser infra:u Cloud Stack orientiert sich stark an den Standards und Prinzipien des Sovereign Cloud Stack. Wir stellen diese standardisierte Plattform auf unserer eigenen, kontrollierten Hardware in deutschen Rechenzentren bereit.
Für Sie bedeutet das: Sie nutzen eine Infrastruktur, die absolute Datenhoheit garantiert, vor dem Vendor-Lock-in schützt und Ihnen die volle Kontrolle über Ihre IT-Strategie zurückgibt.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Der SCS ist ein standardisierter Open-Source-Software-Stack zum Aufbau von Cloud-Plattformen. Er löst das Problem der Abhängigkeit (Vendor-Lock-in) von einzelnen proprietären Herstellern und Hyperscalern, indem er Kompatibilität und Austauschbarkeit zwischen verschiedenen Cloud-Anbietern sicherstellt.
Mit den massiven Preissteigerungen bei Anbietern wie VMware und den politischen Abhängigkeiten suchen Unternehmen nach Alternativen. Der Sovereign Cloud Stack, basierend auf KVM und OpenStack, bietet hierfür eine vollwertige, offene und enterprise-taugliche Alternative für das Management von virtuellen Maschinen.
Ja, durch die strenge Zertifizierung der APIs und der zugrundeliegenden Open-Source-Technologien ist garantiert, dass Workloads portabel bleiben. Ein Wechsel des Cloud-Providers, der ebenfalls SCS anbietet, ist ohne Anpassungen an der Software-Architektur möglich.
Sehr hoch. Da der SCS auf etablierten Standards wie OpenStack, Kubernetes, Ceph und KVM basiert, lässt er sich hervorragend in bestehende Open-Source-Workflows (z.B. Terraform, Ansible) integrieren.
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